Plätze für einen Tagesausflug: von der Klamm bis zum Markt
Bergseen, Klammen, Almen, Städte und Märkte liegen hier oft nur wenige Kilometer auseinander. Das macht die Planung eines Wochenendes vergleichsweise einfach.
Was Österreich landschaftlich ausmacht
Diese Gliederung erklärt fast alles: die Verteilung der Seen, die Struktur der Täler, die Erreichbarkeit und auch das Klima der jeweiligen Region.
Im Westen dominieren Berge und Bergseen, im Osten Flachland, Weinbau und der Neusiedler See als größte Wasserfläche.
Seen und Bergseen
Der Neusiedler See im Burgenland ist ein Steppensee mit sehr geringer Tiefe. Er erwärmt sich früh und ist stark vom Wind geprägt, was ihn für Segeln und Surfen prädestiniert.
Das Salzkammergut zwischen Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark hat die höchste Dichte an Seen. Hallstätter See, Wolfgangsee und Attersee sind die bekanntesten davon.
Almen und ihre Saison
Schutzhütten der alpinen Vereine bieten Übernachtung, meist im Lager. Eine Reservierung ist in der Hauptsaison praktisch immer erforderlich.
Auf Almen gilt besondere Vorsicht bei Weidevieh. Abstand halten, Hunde anleinen und bei Bedarf ableinen, wenn Tiere direkt auf einen zukommen.
| Hohe Tauern | Salzburg, Tirol, Kärnten | Hochgebirge, größtes Schutzgebiet der Alpen |
| Neusiedler See | Burgenland | Steppensee und Schilfgürtel |
| Gesäuse | Steiermark | Fels und Wildfluss |
| Donau-Auen | Wien, Niederösterreich | Auwald an der Donau |
Ausrüstung und Sicherheit
Sonnenschutz wird in Höhenlagen regelmäßig unterschätzt. Die Strahlung nimmt mit der Höhe deutlich zu, auch bei Bewölkung. Eine geordnete Übersicht dazu findet sich hier.
Feste Schuhe mit Profil sind die wichtigste Einzelanschaffung. Auf feuchtem Fels und auf Wurzelwegen entscheidet das über Sicherheit und Tempo.
Kurze Wege, große Wirkung
Almhütten sind für Kinder oft der eigentliche Höhepunkt, wegen der Tiere und weil es dort etwas zu essen gibt.
Bergbahnen ermöglichen Höhenwanderungen ohne langen Aufstieg. Das macht Ziele erreichbar, die sonst außer Reichweite wären.
- Im Winter Lawinenlagebericht prüfen, bevor es abseits der Wege geht
- Kurze Tage einplanen, ab etwa 16 Uhr wird es dämmrig
- Winterwanderwege als Alternative ohne Ausrüstung nutzen
- Bei Schlechtwetter auf Städte, Museen oder Thermen ausweichen
Womit man rechnen sollte
Familienkarten und Regionalkarten rechnen sich schnell, wenn mehrere Bahnen oder Attraktionen genutzt werden.
Wandern selbst kostet nichts. Die Ausgaben entstehen über Anreise, Bergbahnen, Mautstraßen und Einkehr. Wer weiterstöbern möchte, wird hier fündig.
Burgen, Klöster und Kulturorte
Bergwerke und Schaustollen sind in der Steiermark, in Salzburg und in Oberösterreich erhalten und geben Einblick in die industrielle Vergangenheit.
Kombitickets aus Führung und Verpflegung sind verbreitet und meist günstiger als die Einzelposten zusammen.
Wer außerhalb der Hauptsaison unterwegs ist, zahlt bei Unterkünften deutlich weniger, hat dafür ein eingeschränktes Angebot.
Märkte als eigenes Ziel
Der Brunnenmarkt in Wien-Ottakring zählt zu den größten Straßenmärkten Europas und läuft von Montag bis Samstag. Er ist deutlich weniger touristisch geprägt als der Naschmarkt.
Wochenmärkte gibt es in praktisch jeder größeren Gemeinde, meist an ein bis zwei fixen Tagen. Der Vormittag ist die sinnvolle Zeit für einen Besuch.
Fälle, Bäche und Wildflüsse
Flussradwege sind eine eigene Kategorie von Ausflugszielen. Der Donauradweg ist durchgehend beschildert und in Etappen gut planbar.
Auen entlang der großen Flüsse stehen vielfach unter Schutz und beherbergen Arten, die anderswo längst verschwunden sind.
Regenschutz gehört auch bei stabiler Vorhersage in den Rucksack. Im Gebirge ändert sich die Lage innerhalb einer Stunde.
Wege durch den Fels
Die Saison ist begrenzt. Die meisten Klammen öffnen im Frühjahr und schließen im Herbst, weil die Anlagen im Winter nicht sicher begehbar sind.
Die Wege sind meist gut gesichert, aber schmal. Mit Kinderwagen sind sie in aller Regel nicht befahrbar.
Was im Schutzgebiet gilt
Drohnen sind in Nationalparks und über Wildschutzgebieten grundsätzlich nicht erlaubt. Auch außerhalb gelten enge rechtliche Grenzen.
In Schutzgebieten gilt meist Wegegebot. Das Verlassen markierter Wege ist nicht nur untersagt, sondern schädigt empfindliche Vegetation dauerhaft.
Verkehrsanbindung im Vergleich
Wanderbusse verbinden in vielen Regionen Talstationen mit Ausgangspunkten. Sie verkehren nur in der Saison und stehen nicht im Standardfahrplan.
Mautstraßen führen zu manchen Ausgangspunkten. Die Gebühren sind nicht unerheblich und werden bei der Planung gern vergessen.
Ziele abseits der bekannten Namen
Wanderkarten zeigen Ziele, die online kaum auftauchen. Der Blick auf eine Papierkarte lohnt sich für die Planung weiterhin.
Tourismusverbände der Regionen führen eigene Verzeichnisse, die vollständiger sind als überregionale Übersichten.
Urbane Ziele im Land
Innsbruck ist der einzige Ort dieser Größe, von dem aus das Hochgebirge in wenigen Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.
Kleinere Städte wie Steyr, Hall in Tirol oder Rust haben historische Ortskerne, die deutlich weniger besucht sind als die großen Namen.
Die kurze Zusammenfassung
Österreich bietet auf kleiner Fläche mehr Ziele, als man in einem Leben abarbeiten kann. Sinnvoller als eine lange Liste ist die Entscheidung für wenige Regionen.
Unterm Strich gilt: weniger Ziele, dafür mehr Zeit für das einzelne. Das gilt für Bergtouren genauso wie für Stadtbesuche.
Die wichtigsten Fragen im Überblick
Gibt es Welterbestätten in Österreich?
Ja, mehrere. Dazu zählen unter anderem die Wachau an der Donau und Teile des Salzkammerguts.
Wie plant man Wegzeiten realistisch?
Über die Höhenmeter, nicht über die Kilometer. Im Aufstieg rechnet man üblicherweise mit rund 300 Höhenmetern pro Stunde.
Wo ist es am wenigsten überlaufen?
Eine Talstufe weiter oder in Seitentälern, bei landschaftlich vergleichbarem Angebot. Der Aufwand bei der Anreise ist meist etwas höher.
Im Winter gelten eigene Anforderungen. Der Lawinenlagebericht wird täglich für jedes Bundesland veröffentlicht und gehört zur Vorbereitung.